
Ranger-Tours - der Natur näher!!!
Seeadler Ansiedlung
Die Adler vom Breiten Luziri
Eine Erfolgsgeschichte über das gezielte Errichten von Kunsthorsten in der Feldberger Seenlandschaft
Fred Bollmann
Fischadler kamen am Breiten Luzin oder im unmittelbar angrenzenden NSG „Feldberger Hütte“ in den letzten 50 Jahren als Brutvögel nicht vor. Dies ist vor allem auf das Fehlen von geeigneten Horstbäumen zurückzuführen. Ideal sind uralte Kiefern, sogenannte Überhälter, die alle anderen Bäume überragen und im Laufe ihres Lebens große sperrige Kronen entwickeln, welche dann als natürliche Nistplattformen von den Adlern genutzt werden können.


Einige, liebenswerte Naturfreunde behaupten. dass der „Rangertours-Catering-Service“ einen maßgeblichen Anteil daran hat. Nach anderthalb Jahren einfühlsamer Kontaktaufnahme, ist es durch Anködern gelungen das Vertrauen der Vogel zu erlangen und somit die Fluchtdistanz zu verringern. Dieses gegenseitige Tolerieren hält bis zum heutigen Tag an und macht ein überregionales Publikum von Fotografen. Tierfilmern und Vogelbeobachtern glücklich. Die Ansiedlungsgeschichte wurde sogar verfilmt und in den meisten Reportagen über die Feldberger Seenlandschaft gehören die Seeadler vom Breiten Luzin zum festen Programmpunkt. In dem ab Oktober diesen Jahres im Kino ausgestrahlten Dokumentarfilm „Deutschlands Wilde Vögel“ spielen die Seeadler aus der Feldberger Seenlandschaft einer bedeutende Rolle.
Nicht unerwähnt sollte der vom Autor 1998 erbaute, und ebenso bekannte Fischadlerkunsthorst vom lnselhotel Brückentinsee bleiben, an dem nach erfolgreicher Ansiedlung noch zusätzlich Kameras installiert wurden. Besuchern und Hotelgästen bietet sich somit eine einmalige Gelegenheit das Brutpaar live und trotzdem störungsfrei zu beobachtet. Dies ist ein weiteres Bespiel dafür, dass Artenschutz zu einer touristischen Attraktion werden kann.
Zur Zeit befinden sich sieben Fischadlerbrutplätze im Naturpark Feldberger Seenlandschaft. Zwei Paare brüten auf Strommasten, vier auf Kunsthorsten in Bäumen. Bislang hat es nur ein Paar geschafft ohne menschliche Hilfe einen Horst zu errichten um dort erfolgreich zu brüten. Abgesehen von den Seeadlern am Breiten Luzin brüten ein Schwarzstorchen- und ein Wanderfalken-Paar auf Nisthilfen. Angespornt von den vielen Erfolgen in den zurückliegenden Jahren, wurden 2013 zwei weitere Kunsthorste für den Fischadler errichtet. Eines davon wurde von einem noch nicht geschlechtsreifen Fischadlerrnännchen angenommen, der tüchtig Nistmaterial heranschleppte. Die Weiterentwicklung darf mit Spannung erwartet werden. Die vielen vom Autor errichteten Nester haben alle wechselvolle Geschichten zu erzählen. Während die einen noch immer auf ihre Mieter warten. wurden andere zweckentfremdet: von Waschbären als gemütliche Schlafplätze oder von Wanderfalken für ihre Gelege.
Auch wenn die großen knorrigen, urigen, alten Bäume in hiesigen Wäldern leider der Vergangenheit angehören, fühlen sich diese Vogel bei uns immer noch heimisch. Die fischreichen Seen im Umfeld bieten glücklicherweise den Vögeln noch genügend Nahrung. Wenn dazu noch ein Kunsthorst in den ansonsten eher monotonen Waldstrukturen angeboten wird, ist die Aussicht der Revierbesetzung durch Fischadler groß. Aber auch Vögel, wie Waldkauz, Baumfalke, Wanderfalke, Flussseeschwalbe, Eisvogel oder Uferschwalbe nehmen angebotene Nisthilfen gerne an. Sie erfreuen uns mit ihrer Anwesenheit und tragen somit zur Artenvielfalt bei.
Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass mit diesem Projekt schon viel erreicht wurde, dennoch birgt es jede Menge Ausbaumöglichkeiten. Fest steht jedoch eines: in einer Zeit, die von der Zerstörung der Lebensräume und vom Artenrückgang geprägt ist, werden in Zukunft noch mehr Vogelarten auf menschliche Hilfe angewiesen sein. Nach Prüfung aller Voraussetzungen und Bedingungen sollte dies ein gemeinsames Anliegen darstellen.
